Warum immer wir?
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Seit einiger Zeit erhalten wir regelmäßig vierbeinigen Besuch. Im Gegensatz zu unserem Kätzchen handelt es sich aber nicht um ein anonymes Fellbündel, zumindest nicht mehr.
Noch zu Lebzeiten unseres Kätzchens kam abends häufig ein pechschwarzer Kater vor die Terrassentür. Dort bekam er ein kleines Leckerli und kurz darauf verschwanden beide in die Dunkelheit. Diese Angewohnheit hat der Kater beibehalten und vor einigen Monaten brachte er auch gleich noch einen anderen Kater mit. Natürlich bekamen beide nun ihr Leckerli und immer häufiger kam der zweite Kater gern mal allein vorbei. Zunächst abends, dann tagsüber und seit einiger Zeit ganztags. Bei ihm waren wir uns ziemlich sicher, dass er ein Zuhause hat und natürlich wollten wir ihn nicht von seinen Menschen entwöhnen. Also haben wir in der Nachbarschaft gefragt und umgehend meldeten sich seine Besitzer. Jetzt wissen wir also, dass er im März 2011 drei Jahre alt war, wo er wohnt und seinen Namen. So richtig hilft uns das nicht, denn er ist die meiste Zeit des Tages bei uns oder in der Nähe unserer Terrasse. Größere Futterportionen bekommt er von uns nicht, immer getreu dem Motto: Appetit kann er sich holen, aber gefressen wird zu Hause! Der Kater ist ausgesprochen lieb, niedlich und anhänglich. Dennoch hoffen wir, dass er sich nicht mit Umzugsgedanken trägt.
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| 23.12.2011 |
Im Gedächtnis lebt sie weiter
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Nachdem unser Kätzchen ziemlich genau neun Jahre bei und mit uns gelebt hat, mussten wir sie am 05.06.09 einschläfern lassen.
Weil wir fast den ganzen Tag unterwegs waren, haben wir erst am späten Nachmittag des 05.06.09 gemerkt, dass Kätzchen bis dahin weder Futter noch Wasser angerührt hatte. Eigentlich hat sie nur geschlafen, Als Lothar sie dann auch noch auf den Arm nehmen konnte, was sie eigentlich nie zugelassen hat, haben wir uns ernste Sorgen gemacht. In der Kleintierklinik hat uns die freundliche Ärztin dann gesagt, dass Kätzchen relativ hohes Fieber hat, völlig ausgetrocknet ist, beide Nieren versagen, die Leber einen Schaden hat und - als ob das alles noch nicht genug wäre - einen operationsbedürftigen Oberkiefer (da hatten sich wohl Zahnreste entzündet). Alles in allem war die Prognose außerordentlich schlecht und so haben wir sie, auch auf den Rat der Tierärztin hin, einschläfern lassen. Gesund wäre sie auf gar keinen Fall geworden und wahrscheinlich hätte sie auch ohne das Zutun der Ärztin den nächsten Tag nicht überlebt. Die Tierärztin hat Kätzchens Alter auf ca. 16 Jahre geschätzt, das entspricht wohl zwischen 80 und 85 Menschenjahren. Aus unserer Sicht hatte das Tier ein schönes Katzenleben, zumindest die letzten neun Jahre. Sie durfte raus und rein, wann immer sie wollte (gerne hat Lothar ihr auch nachts die Tür geöffnet), konnte draußen relativ gefahrlos herumstromern, hatte in der Nachbarschaft Katzen zur Gesellschaft und nicht zuletzt wurde sie von uns mit reichlich Streicheleinheiten bedacht. Im Winter durfte sie auf der Heizung oder auf einer Decke bei ihren Menschen liegen. In der wärmeren Jahreszeit lockte die Sonne sie auf die Terrasse und wenn es zu warm wurde, zog sie ein schattiges Plätzchen im Gebüsch vor. Es wird wohl noch etwas dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben, dass sie uns nicht mehr in die Küche folgt und dass sie uns nicht begrüßt, wenn wir nach Hause kommen.
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| 11.06.2009 |
Wie wir zu unserem Kätzchen kamen
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In den meisten Fällen wissen die Menschen, ob und wenn ja, welche Katze sie haben möchten. Aber es gibt auch Fälle, in welchen sich Katzen ihre Menschen aussuchen. So war es bei uns.
Kurz vor unserem Umzug in die jetzige Wohnung beschlossen wir, vorerst auf Haustiere zu verzichten. Bis dahin lebten wir zeitweise mit vier Sittichen zusammen. Diese waren nun verstorben bzw. in gute Hände abgegeben. Dann kam im Sommer 2000 der Umzug. Noch in dem Umzugsurlaub bemerkten wir immer am späten Abend eine Katze auf der Terrasse. Sie war sehr scheu; anlocken und anfassen ging gar nicht. Irgendwann schaute sie durch die Terrassentür und wir ließen sie rein. Sie hatte ja bestimmt ein Zuhause und wurde abends rausgelassen und machte dann ihre Runde. Sie sah sehr gepflegt und sauber aus, also keine typische Streunerkatze. Von unseren Vormietern wurde sie zeitweise mit gefüttert und wir wollten ihr eigentlich nur zeigen, dass nun andere Menschen hier wohnen. Irgendwann war sie auch noch in der Wohnung, als wir Abendbrot aßen. Hat mal jemand versucht, weiter zu essen, wenn man von großen Katzenaugen beobachtet wird? Also bekam das Kätzchen, wie wir sie nannten, ein wenig magere Fleischwurst. Bald darauf aßen wir regelmäßig zu dritt. Merkwürdigerweise dachten wir immer noch, dass das Kätzchen irgendwohin gehörte. Das Tier wusste es längst besser. An den Wochenenden war sie ganztägig auf unserer Terrasse. Bald hatte sie herausgefunden, wie schön bequem so ein Strandkorb ist. Nur war sie immer noch so scheu, dass sie flüchtete, sobald wir uns auch nur bewegten.
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| 21.01.2007 |
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Der Widerstand bröckelte bald.
So vergingen die Tage und Wochen. das Kätzchen war jeden Tag da und bekam jeden Tag eine Scheibe Wurst. Katzenfutter und Katzenklo waren für uns kein Thema, wir hatten ja schließlich keine Katze. Doch dann dachten wir, dass die Wurst auf Dauer vielleicht nicht so gesund für eine Katze ist. Das katzengerechte Trockenfutter wurde natürlich in einem nagelneuen Futternapf serviert. Der Sommer verging und langsam wurde es abends kühler. Das Kätzchen entdeckte die Vorzüge einer Zentralheizung. Noch immer war sie sehr scheu und deshalb gab es auch keine Schwierigkeiten, den Vierbeiner nachts auf die Terrasse zu bugsieren. Drinnen konnte sie ohnehin nicht bleiben, denn wir hatten ja kein Katzenklo. Und wir wollten auch keins, jedenfalls nicht bis zu den Erfahrungen beim Jahreswechsel 2000 / 2001. Die Knallerei ist für eine Katze ziemlich unangenehm. Deshalb verbrachte sie die Silvesternacht größtenteils verängstigt in einem Schrank. Als sie es wohl gar nicht mehr aushalten konnte, verrichtete sie am frühen Morgen ihr "kleines Geschäft" auf einer Jeans im Schlafzimmer. Wir haben ihr dann versprochen, dass sie zum nächsten Jahreswechsel ein Katzenklo bekommt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sahen wir ein, dass wir eine Katze haben. Geahnt hatten wir es insgeheim ja schon länger.
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| 21.01.2007 |
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Wir haben eine Katze.
Inzwischen hatten wir auch bemerkt, dass unsere neue Mitbewohnerin reagierte, wenn wir vom "Kätzchen" sprachen. Seitdem heißt sie Kätzchen und manchmal hört sie auch darauf. Ganz, ganz langsam begann das Kätzchen, sich uns anzunähern. Anfangs fand sie es schön, wenn ihr das Fell gebürstet wurde. Dann durfte man sie sogar ganz kurz mit der Hand berühren. Monate später liebte sie es, gestreichelt zu werden, aber nicht am Bauch. Später hat sie auch das zugelassen und genossen. Im Februar 2005 kam sie zum ersten Mal auf die Couch neben einen ihrer Menschen gehüpft. Da war das Streicheln dann nicht mehr so mühsam. Heute ist es so, dass sie zumindest im Winter überwiegend in der Wohnung lebt; im Sommer bevorzugt sie die Terrasse. Wer zuerst nach Hause kommt, wird freudig begrüßt und muss zunächst das Kätzchen ausgiebig kraulen. Die vertrauensbildenden Maßnahmen haben sich wirklich gelohnt. Unser Kätzchen ist total lieb, kratzt nicht, beißt nicht (wie auch ohne Zähne?) und beschädigt weder das Mobilar noch die Tapeten. Sie verfügt über eine stabile Gesundheit und rauft auch nicht mit Artgenossen (da würde sie ohnehin den Kürzeren ziehen). Leider wissen wir nichts über ihr Leben bis zum Sommer 2000, weder ihr Alter noch bei wem sie gelebt hat. In menschlicher Obhut muss sie schon vor uns gewesen sein, denn sie ist erfreulicherweise kastriert, das erspart uns den vierbeinigen Herrenbesuch. Seit dem Sommer 2000 war das Kätzchen jeden Tag hier und wir hoffen, dass das noch einige Jahre so bleibt. Wir vermuten, dass unsere Mitbewohnerin inzwischen auf unsere Fürsorge angewiesen ist. Deshalb verzichten wir auch auf längere Urlaubsreisen. Das ist halt der Preis für die übernommene Verantwortung, aber wir zahlen ihn gern.
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| 21.01.2007 |
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